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Kaum etwas hat die Medizin so sehr verändert wie die Impfung. Krankheiten, die früher ganze Familien in Angst und Schrecken versetzten, sind heute fast vergessen. Kinderlähmung, Tetanus, Diphtherie, Masern. Alles Namen, die ältere Generationen noch mit Schrecken verbinden, die aber für viele junge Menschen kaum mehr bedeuten als ein Kapitel im Geschichtsbuch.

Dass wir heute so sorglos leben können, verdanken wir nicht zuletzt den kleinen Pieksern, die wir als Kinder über uns ergehen lassen mussten. Ein kurzer Stich, ein Pflaster, und der Körper lernt, sich gegen einen Feind zu wehren, dem er sonst hilflos ausgeliefert wäre.

Das Prinzip ist ebenso einfach wie genial. Eine Impfung zeigt dem Immunsystem einen harmlosen Vorboten einer Krankheit. Der Körper reagiert, bildet Abwehrstoffe und merkt sich den Eindringling. Kommt die echte Krankheit später, weiß das Immunsystem sofort, was zu tun ist. Es wehrt sie ab, bevor sie Schaden anrichten kann.

Doch Impfungen sind kein Thema, das mit der Kindheit abgeschlossen ist. Auch Erwachsene sollten ihren Impfstatus im Blick behalten. Tetanus und Diphtherie zum Beispiel sollten alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Wer älter ist oder bestimmte Vorerkrankungen hat, für den kann auch die Grippeimpfung sinnvoll sein. Und in besonderen Situationen, etwa bei Reisen in andere Länder, können weitere Impfungen dazukommen.

Es gibt viele Mythen rund um das Impfen. Manche fürchten Nebenwirkungen, andere zweifeln an der Notwendigkeit. Wer unsicher ist, tut gut daran, das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin des Vertrauens zu suchen. Dort bekommt man Antworten, die auf die eigene Situation zugeschnitten sind, statt auf das, was gerade im Internet kursiert.

Am Ende bleibt eine einfache Wahrheit. Impfungen schützen nicht nur einen selbst. Sie schützen auch die Menschen um uns herum. Diejenigen, die sich nicht impfen lassen können. Diejenigen, deren Immunsystem schwach ist. Diejenigen, die auf uns angewiesen sind. Ein kleiner Piekser, und ein großes Stück Verantwortung.